Ruth Rossier im Einsatz in Madagaskar

Ruth Rossier ist seit Gründungsbeginn Mitglied im Verein Agro-Sans-Frontière (asf.ch). Momentan betreut sie ein Projekt in Madagaskar, bei dem Anbau, Konsum und Vermarktung von Kartoffeln gefördert werden sollen. Warum sie Mitglied bei asf.ch wurde und wie es zum Kartoffelprojekt in der madagassischen Hochebene gekommen ist, erzählt Ruth Rossier in ihrem Beitrag.

Zurück zu den Wurzeln mit einem Kartoffelprojekt von Agro-Sans-Frontière Suisse

Als Agronomin arbeitete ich 30 Jahre lang in der sozio-ökonomischen Forschung bei Agroscope in Tänikon, dies, obwohl ich ursprünglich Pflanzenproduktion an der ETH studiert hatte. Ich war schon immer neugierig und offen für Neues. Die Forschungsarbeiten zu Bäuerinnen und Landwirtinnen, aber auch die Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Landwirtschaft in der sozialen Dimension der nachhaltigen Landwirtschaft waren sehr interessant und lehrreich. Nach der Pensionierung war ich auf der Suche nach einer sinnvollen Tätigkeit, die mich forderte, und erfüllte. Ich wollte weniger privilegierten Frauen etwas zurückgeben. Bereits in meinem Studium befasste ich mich mit der Nahrungsmittelproduktion; später in der landwirtschaftlichen Forschung kam die Frauenförderung dazu. In meinen Projekten in Rumänien, Kroatien und Japan konnte ich erste Erfahrungen im Ausland sammeln.

Es musste wohl so sein, dass es mit einer Stelle im Ausland nach dem Studium nicht klappte. Später mit Familie und drei Kindern passte der Weg ins Ausland dann nicht mehr. Als 2011 der Verein Agro-sans-frontière Suisse (asf.ch) im Kanton Waadt gegründet wurde, fand ich dies spannend und wurde Mitglied, vielleicht ein bisschen aus Wehmut für meinen verpassten Auslandeinsatz.

Aufbau einer Wertschöpfungskette Kartoffeln in Madagaskar
Eher zufällig hat sich das Kartoffelprojekt in Madagaskar ergeben. 2014 traf ich bei einem Treffen von Forschung und Praxis anlässlich des Internationalen Jahrs der UNO für bäuerliche Familienbetriebe auf meinen heutigen Partner vom bäuerlichen Verband (VFTM) in Fianarantsoa, Madagaskar. Der VFTM hat zum Ziel, seine Mitglieder beim Aufbau von Wertschöpfungsketten für Nahrungsmittel wie Reis (Grundnahrungsmittel), Bohnen, Zwiebeln etc. zu unterstützen. Die Kartoffelprojekte von asf.ch in Westafrika überzeugten den VFTM vom Wert der Kartoffel als Nahrungsmittel, weshalb er mithilfe von asf.ch eine Wertschöpfungskette Kartoffeln auf der Hochebene in Madagaskar aufbauen wollte

Mit vernünftiger Projektgrösse zum Erfolg
Mir schwebte ein ganzheitlicher Projektansatz vor, in dem Produktion, Konsum und Vermarktung gleichermassen gefördert werden. Für mich stand fest: Entweder musste das Projekt auf eine vernünftige Grösse reduziert werden oder der VFTM musste sich andere Partner suchen. Zu viele Entwicklungsprojekte sind schon gescheitert, weil man zu viel auf einmal wollte und zu viel Geld neue Begehrlichkeiten weckte oder Hand zu Korruption bot. Das Projekt soll Hilfe zur Selbsthilfe bieten und später vom VFTM allein weitergeführt werden können. Es sollen also keine neuen Abhängigkeiten geschaffen werden. Wir setzen deshalb im Projekt auf ökologische Landwirtschaft (Kompost statt Handelsdünger). Die grösste Herausforderung ist zurzeit die Beschaffung von genügend gesunden Pflanzkartoffeln. VFTM möchte in Zukunft auch in die Vermehrung von Kartoffeln einsteigen, um ihre Produzentinnen mit genügend Saatkartoffeln versorgen zu können. Auch hier finden Verhandlungen statt.

Dreijähriges Projekt mit privaten Spenden finanziert
Das Pilotprojekt in zwei Dörfern in der Gegend von Fianarantsoa im Jahr 2016 war ein grosser Erfolg und das Kartoffelprojekt in Madagaskar wurde unter die Schirmherrschaft von asf.ch gestellt. So kann ich auf die fachliche Unterstützung von Kollegen zählen. Das Projekt wird durch asf.ch und private Spenden finanziert.
Das Projekt wird drei Jahre laufen (2017–2019). Dank Internet sind wir im steten Kontakt mit unserer Partnerorganisation und einmal pro Jahr im Herbst ist asf.ch persönlich vor Ort. Feldbesuche, Kochkurse und ein Kartoffelfest runden die jährliche Mission ab. Bei asf.ch hat mich vor allem das weltweite freiwillige Engagement in der Landwirtschaft angesprochen. Zudem suchte ich eine Organisation mit Leuten, die mich fachlich im Kartoffelanbau unterstützten konnten und hinter dem ganzheitlichen Ansatz des Kartoffelprojekts standen. Das Projekt mit bescheidenen finanziellen Mitteln war in seiner Art für viele grosse Hilfswerke und den Staat nicht interessant. Zudem hatte asf.ch seinen Sitz im Kanton Waadt und war in französischsprachigen Gebieten (Westafrika) engagiert. Das kleine Kartoffelprojekt in Madagaskar passte gut dazu. So konnte ich meine Sprachkenntnisse aus meiner Zeit in Genf wieder aktivieren

Auch ökologisch und sozial nachhaltig
Der Umwelt zuliebe setzen wir im Projekt auch die energiesparenden Holzöfen von ADES (www.adesolaire.org) ein, die in Madagaskar produziert werden. Sie werden für die Kartoffel-Kochkurse im Dorf verwendet. Neu werden madagassische Ernährungsberaterinnen zu einer adäquaten Ernährung im Dorf beitragen.

Die Arbeit mit den Frauen macht mir Freude. Die Kleinproduzentinnen im Kartoffelprojekt sind engagiert und motiviert. Sie besuchen einen Weiterbildungskurs im Kartoffelanbau und zur Kompostierung in Antsirabe. Gleichzeitig kann ich aber auch auf einen sehr verlässlichen Verantwortlichen für das Kartoffelprojekt beim VFTM zählen. Doch erst gegenseitiger Respekt und Vertrauen und das allseitige Engagement motivierter Leute schaffen ein Klima, in dem ein Projekt die Chance auf Erfolg hat

Ruth Rossier gemeinsam mit Lucien Maminilainoro (Präsident VFTM) während einer Feldbesichtigung 2017

 

Weitere Informationen zum Kartoffelprojekt in Madagaskar finden Sie unter www.agro-sans-frontière.ch.

Falls Sie weitere Fragen haben oder Auskünfte wünschen, können Sie Ruth Rossier direkt kontaktieren:

Ruth Rossier, Dipl. Ing.-Agr. ETH
Juchstrasse 23
8192 Glattfelden
rossier.ruth@bluewin.ch
Telefon +41 44 867 00 36
Mobiltelefon +41 79 875 36 42

Ruth Rossier im Einsatz in Madagaskar

Ruth Rossier ist seit Gründungsbeginn Mitglied im Verein Agro-Sans-Frontière (asf.ch). Momentan betreut sie ein Projekt in Madagaskar, bei dem Anbau, Konsum und Vermarktung von Kartoffeln gefördert werden sollen. Warum sie Mitglied bei asf.ch wurde und wie es zum Kartoffelprojekt in der madagassischen Hochebene gekommen ist, erzählt Ruth Rossier in ihrem Beitrag.

Zurück zu den Wurzeln mit einem Kartoffelprojekt von Agro-Sans-Frontière Suisse

Als Agronomin arbeitete ich 30 Jahre lang in der sozio-ökonomischen Forschung bei Agroscope in Tänikon, dies, obwohl ich ursprünglich Pflanzenproduktion an der ETH studiert hatte. Ich war schon immer neugierig und offen für Neues. Die Forschungsarbeiten zu Bäuerinnen und Landwirtinnen, aber auch die Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Landwirtschaft in der sozialen Dimension der nachhaltigen Landwirtschaft waren sehr interessant und lehrreich. Nach der Pensionierung war ich auf der Suche nach einer sinnvollen Tätigkeit, die mich forderte, und erfüllte. Ich wollte weniger privilegierten Frauen etwas zurückgeben. Bereits in meinem Studium befasste ich mich mit der Nahrungsmittelproduktion; später in der landwirtschaftlichen Forschung kam die Frauenförderung dazu. In meinen Projekten in Rumänien, Kroatien und Japan konnte ich erste Erfahrungen im Ausland sammeln.

Es musste wohl so sein, dass es mit einer Stelle im Ausland nach dem Studium nicht klappte. Später mit Familie und drei Kindern passte der Weg ins Ausland dann nicht mehr. Als 2011 der Verein Agro-sans-frontière Suisse (asf.ch) im Kanton Waadt gegründet wurde, fand ich dies spannend und wurde Mitglied, vielleicht ein bisschen aus Wehmut für meinen verpassten Auslandeinsatz.

Aufbau einer Wertschöpfungskette Kartoffeln in Madagaskar
Eher zufällig hat sich das Kartoffelprojekt in Madagaskar ergeben. 2014 traf ich bei einem Treffen von Forschung und Praxis anlässlich des Internationalen Jahrs der UNO für bäuerliche Familienbetriebe auf meinen heutigen Partner vom bäuerlichen Verband (VFTM) in Fianarantsoa, Madagaskar. Der VFTM hat zum Ziel, seine Mitglieder beim Aufbau von Wertschöpfungsketten für Nahrungsmittel wie Reis (Grundnahrungsmittel), Bohnen, Zwiebeln etc. zu unterstützen. Die Kartoffelprojekte von asf.ch in Westafrika überzeugten den VFTM vom Wert der Kartoffel als Nahrungsmittel, weshalb er mithilfe von asf.ch eine Wertschöpfungskette Kartoffeln auf der Hochebene in Madagaskar aufbauen wollte

Mit vernünftiger Projektgrösse zum Erfolg
Mir schwebte ein ganzheitlicher Projektansatz vor, in dem Produktion, Konsum und Vermarktung gleichermassen gefördert werden. Für mich stand fest: Entweder musste das Projekt auf eine vernünftige Grösse reduziert werden oder der VFTM musste sich andere Partner suchen. Zu viele Entwicklungsprojekte sind schon gescheitert, weil man zu viel auf einmal wollte und zu viel Geld neue Begehrlichkeiten weckte oder Hand zu Korruption bot. Das Projekt soll Hilfe zur Selbsthilfe bieten und später vom VFTM allein weitergeführt werden können. Es sollen also keine neuen Abhängigkeiten geschaffen werden. Wir setzen deshalb im Projekt auf ökologische Landwirtschaft (Kompost statt Handelsdünger). Die grösste Herausforderung ist zurzeit die Beschaffung von genügend gesunden Pflanzkartoffeln. VFTM möchte in Zukunft auch in die Vermehrung von Kartoffeln einsteigen, um ihre Produzentinnen mit genügend Saatkartoffeln versorgen zu können. Auch hier finden Verhandlungen statt.

Dreijähriges Projekt mit privaten Spenden finanziert
Das Pilotprojekt in zwei Dörfern in der Gegend von Fianarantsoa im Jahr 2016 war ein grosser Erfolg und das Kartoffelprojekt in Madagaskar wurde unter die Schirmherrschaft von asf.ch gestellt. So kann ich auf die fachliche Unterstützung von Kollegen zählen. Das Projekt wird durch asf.ch und private Spenden finanziert.
Das Projekt wird drei Jahre laufen (2017–2019). Dank Internet sind wir im steten Kontakt mit unserer Partnerorganisation und einmal pro Jahr im Herbst ist asf.ch persönlich vor Ort. Feldbesuche, Kochkurse und ein Kartoffelfest runden die jährliche Mission ab. Bei asf.ch hat mich vor allem das weltweite freiwillige Engagement in der Landwirtschaft angesprochen. Zudem suchte ich eine Organisation mit Leuten, die mich fachlich im Kartoffelanbau unterstützten konnten und hinter dem ganzheitlichen Ansatz des Kartoffelprojekts standen. Das Projekt mit bescheidenen finanziellen Mitteln war in seiner Art für viele grosse Hilfswerke und den Staat nicht interessant. Zudem hatte asf.ch seinen Sitz im Kanton Waadt und war in französischsprachigen Gebieten (Westafrika) engagiert. Das kleine Kartoffelprojekt in Madagaskar passte gut dazu. So konnte ich meine Sprachkenntnisse aus meiner Zeit in Genf wieder aktivieren

Auch ökologisch und sozial nachhaltig
Der Umwelt zuliebe setzen wir im Projekt auch die energiesparenden Holzöfen von ADES (www.adesolaire.org) ein, die in Madagaskar produziert werden. Sie werden für die Kartoffel-Kochkurse im Dorf verwendet. Neu werden madagassische Ernährungsberaterinnen zu einer adäquaten Ernährung im Dorf beitragen.

Die Arbeit mit den Frauen macht mir Freude. Die Kleinproduzentinnen im Kartoffelprojekt sind engagiert und motiviert. Sie besuchen einen Weiterbildungskurs im Kartoffelanbau und zur Kompostierung in Antsirabe. Gleichzeitig kann ich aber auch auf einen sehr verlässlichen Verantwortlichen für das Kartoffelprojekt beim VFTM zählen. Doch erst gegenseitiger Respekt und Vertrauen und das allseitige Engagement motivierter Leute schaffen ein Klima, in dem ein Projekt die Chance auf Erfolg hat

Ruth Rossier gemeinsam mit Lucien Maminilainoro (Präsident VFTM) während einer Feldbesichtigung 2017

 

Weitere Informationen zum Kartoffelprojekt in Madagaskar finden Sie unter www.agro-sans-frontière.ch.

Falls Sie weitere Fragen haben oder Auskünfte wünschen, können Sie Ruth Rossier direkt kontaktieren:

Ruth Rossier, Dipl. Ing.-Agr. ETH
Juchstrasse 23
8192 Glattfelden
rossier.ruth@bluewin.ch
Telefon +41 44 867 00 36
Mobiltelefon +41 79 875 36 42