Wie der Kleinbetrieb Obermettlen gross wurde

Der diesjährige SVIALNetzwerkanlass fand auf Hof Obermettlen bei Stephan und Marlen Koch-Mathis im Luzernischen Root statt. 

Vom Hof Obermettlen am Rooterberg geniesst man eine phantastische Aussicht über das ganze Rontal. Doch vom herrlichen Ausblick und den schönen Sonnenuntergängen können   Marlen und Stefan Koch-Mathis, genannt «s’Chochä», nicht leben. Diese haben den Hof im Jahre 2012 von Stephans Eltern übernommen. Während seine Grosseltern auf Obermettlen noch einen Milchviehbetrieb im Vollerwerb führten, wurde dieser von seinen Eltern als Aufzuchtbetrieb bereits im Nebenerwerb betrieben.

Mit seinen 6,5 ha LN und den 0,5 ausgewiesenen Standardarbeitskräften vermag ihr Hof, die von Bern geforderte Mindestgrösse für ein landwirtschaftliches Gewerbe, nicht zu erfüllen. Solche Betriebe, erhalten keine Baubewilligungen für Betriebsaufstockungen und auch keine Investitionskredite. Wachsen oder weichen, lautet da die Devise. Für s’Chochä war jedoch weder wachsen, noch weichen eine Option. Beide waren sie bereit, ihren eigenen Weg zu gehen und dafür allfällige Mehrarbeiten und Schwierigkeiten auf sich zu nehmen. «Wir fragten uns, welches Potential die Obermettlen hat und welche Fähigkeiten und Leidenschaften wir mitbringen und wofür es sich lohnt, morgens aufzustehen», stellt der ausgebildete Maschinenmechaniker und Wirtschaftsinformatiker Stephan rückblickend fest.

Sie sind überzeugt, dass durch den gesellschaftlichen Wandel neue Bedürfnisse entstehen, die über die Lebensmittelproduktion hinausgehen und Landwirtschaftsbetrieben neue Möglichkeiten eröffnet. Für betriebliche Veränderungen und Neuerungen nahmen sie sich Zeit und so entstand allmählich das «Betriebskonzept Obermettlen».

Bei der Planung setzten s’Chochä ihrer Kreativität bewusst keine Grenzen. Sie entschlossen sich, spezielle Produkte herzustellen und diese ohne Zwischenhandel dem Konsumenten direkt auf dem Hof zu verkaufen. Dadurch bleibt die Wertschöfpung auf dem Hof. Doch was lässt sich auf einem bestehenden Aufzuchtbetrieb welcher in der Bergzone eins liegt, etwas Streuobstbau hat und keinen Ackerbau betreiben kann, herstellen? Und wie erfahren Kunden, was auf dem abgelegenen Hof produziert wird? Für ihr Marketing Konzept nutzen s’Chochä die neuen Medien, wie: Homepage www.obermettlen.com, Newsletter, Youtube und Instagram. «Das machen wir alles selber, denn so ist es authentisch», erklärt die ausgebildete Agronomin Marlen. Das Ganze funktioniert sehr gut und kürzlich reiste gar eine amerikanische Familie auf Obermettlen an.

Neben Rinderaufzucht wird nun auch Weidebeef produziert und dieses in Mischpaketen ab Hof verkauft. Aus den Früchten des Hochstammobstgartens werden spezielle Schnäpse und Likörs hergestellt. Gruppen und Firmen können Hofführungen und Events buchen und Interessierte können Baumpatenschaften erwerben. Aus einer baufälligen Remise ist in Eigenarbeit ein urchig-gemütliches Alpstübli entstanden. Hier singen die Gäste gemeinsam eingängige Lieder während die Bauersleute  sie mit ihren Schyzerörgeli begleiten. Solche Anlässe sind sehr beliebt und die Gäste gerne bereit etwas dafür zu bezahlen.

Der wunderbare Ausblick und die schönen Sonnenuntergänge tragen das ihre dazu bei, dass sich hier oben alle wohl fühlen und die Gäste wieder kommen. Marlen und Stephan haben sich auf Obermettlen nun eine Existenz geschaffen. «Wo stünden wir heute, wenn wir immer auf das gehört hätten, was alles nicht möglich ist», stellt Marlen abschliessend zufrieden fest.  

Franz Felder, Schweizer Bauer

Fotos

www.obermettlen.com 

Wie der Kleinbetrieb Obermettlen gross wurde

Der diesjährige SVIALNetzwerkanlass fand auf Hof Obermettlen bei Stephan und Marlen Koch-Mathis im Luzernischen Root statt. 

Vom Hof Obermettlen am Rooterberg geniesst man eine phantastische Aussicht über das ganze Rontal. Doch vom herrlichen Ausblick und den schönen Sonnenuntergängen können   Marlen und Stefan Koch-Mathis, genannt «s’Chochä», nicht leben. Diese haben den Hof im Jahre 2012 von Stephans Eltern übernommen. Während seine Grosseltern auf Obermettlen noch einen Milchviehbetrieb im Vollerwerb führten, wurde dieser von seinen Eltern als Aufzuchtbetrieb bereits im Nebenerwerb betrieben.

Mit seinen 6,5 ha LN und den 0,5 ausgewiesenen Standardarbeitskräften vermag ihr Hof, die von Bern geforderte Mindestgrösse für ein landwirtschaftliches Gewerbe, nicht zu erfüllen. Solche Betriebe, erhalten keine Baubewilligungen für Betriebsaufstockungen und auch keine Investitionskredite. Wachsen oder weichen, lautet da die Devise. Für s’Chochä war jedoch weder wachsen, noch weichen eine Option. Beide waren sie bereit, ihren eigenen Weg zu gehen und dafür allfällige Mehrarbeiten und Schwierigkeiten auf sich zu nehmen. «Wir fragten uns, welches Potential die Obermettlen hat und welche Fähigkeiten und Leidenschaften wir mitbringen und wofür es sich lohnt, morgens aufzustehen», stellt der ausgebildete Maschinenmechaniker und Wirtschaftsinformatiker Stephan rückblickend fest.

Sie sind überzeugt, dass durch den gesellschaftlichen Wandel neue Bedürfnisse entstehen, die über die Lebensmittelproduktion hinausgehen und Landwirtschaftsbetrieben neue Möglichkeiten eröffnet. Für betriebliche Veränderungen und Neuerungen nahmen sie sich Zeit und so entstand allmählich das «Betriebskonzept Obermettlen».

Bei der Planung setzten s’Chochä ihrer Kreativität bewusst keine Grenzen. Sie entschlossen sich, spezielle Produkte herzustellen und diese ohne Zwischenhandel dem Konsumenten direkt auf dem Hof zu verkaufen. Dadurch bleibt die Wertschöfpung auf dem Hof. Doch was lässt sich auf einem bestehenden Aufzuchtbetrieb welcher in der Bergzone eins liegt, etwas Streuobstbau hat und keinen Ackerbau betreiben kann, herstellen? Und wie erfahren Kunden, was auf dem abgelegenen Hof produziert wird? Für ihr Marketing Konzept nutzen s’Chochä die neuen Medien, wie: Homepage www.obermettlen.com, Newsletter, Youtube und Instagram. «Das machen wir alles selber, denn so ist es authentisch», erklärt die ausgebildete Agronomin Marlen. Das Ganze funktioniert sehr gut und kürzlich reiste gar eine amerikanische Familie auf Obermettlen an.

Neben Rinderaufzucht wird nun auch Weidebeef produziert und dieses in Mischpaketen ab Hof verkauft. Aus den Früchten des Hochstammobstgartens werden spezielle Schnäpse und Likörs hergestellt. Gruppen und Firmen können Hofführungen und Events buchen und Interessierte können Baumpatenschaften erwerben. Aus einer baufälligen Remise ist in Eigenarbeit ein urchig-gemütliches Alpstübli entstanden. Hier singen die Gäste gemeinsam eingängige Lieder während die Bauersleute  sie mit ihren Schyzerörgeli begleiten. Solche Anlässe sind sehr beliebt und die Gäste gerne bereit etwas dafür zu bezahlen.

Der wunderbare Ausblick und die schönen Sonnenuntergänge tragen das ihre dazu bei, dass sich hier oben alle wohl fühlen und die Gäste wieder kommen. Marlen und Stephan haben sich auf Obermettlen nun eine Existenz geschaffen. «Wo stünden wir heute, wenn wir immer auf das gehört hätten, was alles nicht möglich ist», stellt Marlen abschliessend zufrieden fest.  

Franz Felder, Schweizer Bauer

Fotos

www.obermettlen.com